Projekte Äthiopien

Minikredite


Abyu Yibabie ist drei Jahre alt. Sein Vater hat die Mutter gleich nach der Geburt verlassen. Irgendwann ist er noch einmal zurückgekommen, um seine Sachen zu holen. Bei diesem Besuch wurde die Mutter erneut schwanger. Vor zwei Jahren dann ist der Vater gestorben – er war HIV-positiv.
Nun muss sich die Mutter allein um die beiden Söhne kümmern. Sie ist mehrfach behindert, ihre Beine kann sie nicht strecken, muss sich am Boden auf den Knien mühsam vorwärts bewegen.
In ihrer Hütte steht ein Dreirad, das man
mit den Armen antreiben kann. Bis vor kurzem konnte sie damit auf den Wochenmarkt fahren und dort Holzkohle verkaufen, die sie selbst zuvor von Händlern, die mit ihren Lastwagen Waren in die Stadt brachten, erworben hatte. Die Gewinnspanne für sie war nur klein – etwa 50 Bir (2 Euro) verdiente sie so monatlich. Zu wenig, um davon leben zu können, so dass sie immer wieder nur auf das Erbarmen und die Hilfe der Nachbarschaft oder anderer Spender hoffen konnte. Aber seit einiger Zeit sind die Reifen des Dreirades platt, und es steht ohne Nutzen in ihrer Hütte, so dass auch dieser Verdienst wegfällt.
Vor kurzem konnte Abyus Mutter nun unter die 72 Frauen aufgenommen werden, die das Projekt fördert. Sie und ihre Kinder bekommen jetzt monatliche Ernährungshilfe und medizinische Betreuung. Auch das Fahrrad wird nach einer gründlichen Überholung bald wieder seinen Dienst aufnehmen können. Über das Minikreditprogramm soll ihr mittelfristig geholfen werden, sich selbstständig zu machen und den Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Seit sie diese Zukunftsperspektive hat, ist auch das Lächeln auf ihr Gesicht zurückgekehrt.

Dies ist nur eine Geschichte von 72 Frauenschicksalen des Bahir-Dar-Projektes. Mit Hilfe Ihrer Spenden hoffen wir, dieses Projekt zunächst bis Ende 2016 mit jährlich von uns aufzubringenden 15.000 Euro finanzieren zu können.
Wir danken für jede Zuwendung. Sie schenkt Abyu, seiner Familie und allen anderen Kindern, Jugendlichen und Frauen im Projekt Hoffnung und Zukunft.
Spenden unter:
Luth. Gemeinde Bad Salzuflen, Spk Lemgo, DE 86 4825 0110 0000 0017 76, Stichwort: „Bahir Dar“

 

Betten für Dessie 2014


Es war ein bedrückendes Bild, das sich im November 2013 den Mitgliedern unserer Reisegruppe im Gefängnis in Dessie / Nordäthiopien bot. Etwa 1000 Gefangene mit Langzeithaftstrafen leben hier in unglaublich primitiven und menschenunwürdigen Verhältnissen. Verschmutzte Strohmatten dicht gedrängt am Boden, so dass man über die Matratzen der anderen steigen muss, um seine eigene zu erreichen. Die wenigen Habseligkeiten jeweils in einer Plastiktüte an einem Haken an den Wänden. Kein Wunder, dass sich hier alle Arten von Erkrankungen epidemieartig ausbreiten.
Wir entschieden uns auf Bitten der dortigen Kirchenleitung, die gerade mit der Seelsorge an Gefangenen begonnen hatte, für 100 Männer Doppelstockbetten plus Matratzen zu einem Gesamtpreis von 9.000 € zu finanzieren. Diese Betten wurden in einer der Kirche zugehörigen Werkstatt hergestellt, so dass zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wurden und das Geld zugleich auch der Kirche zugute kam.